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 Nordkoreas desolate Riesenarmee

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Saskia
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BeitragThema: Nordkoreas desolate Riesenarmee    Fr 8 März - 16:15

Nordkoreas desolate Riesenarmee



Nordkorea droht dem Westen mit Krieg, Diktator Kim Jong Un spricht über einen "großangelegten Vormarsch" an der Grenze zum Süden. Doch bei allen Machtspielen hat er ein Problem: Sein Heer ist zwar gigantisch, aber miserabel ausgerüstet. Oft fehlt sogar der Sprit für die maroden Jets und Panzer.
Auf der koreanischen Halbinsel brodelt es. Immer schärfer wird der Ton des isolierten Nordkoreas gegen den Nachbarn im Süden. Das Regime in Pjöngjang provoziert mit einem neuen Atomtest und kündigt aus Ärger über neue Sanktionen sogar den historischen Nichtangriffspakt von 1953.
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Am Freitagmittag legte Machthaber Kim Jong Un nach: Sein Land sei bereit für einen "umfassenden Krieg", sagte er laut Staatsmedien. Bei der geringsten Provokation werde er einen "großangelegten Vormarsch" an der gesamten Grenze zu Südkorea anordnen.
Wie schlagkräftig ist Nordkorea?
Die internationale Gemeinschaft blickt mit Sorge auf die Situation. Droht ein neuer Krieg in der Region? Wie ernst meint Kim Jong Un seine Machtspiele? Und vor allem: Wie schlagkräftig ist die Truppe des Nordens wirklich?
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Eine militärische Auseinandersetzung wäre ein sehr ungleiches Duell: Eine gigantische, aber verarmte Armee im Norden gegen eine kleinere, dafür bestens ausgerüstete Truppe in Südkorea - die sich zudem der Unterstützung der USA sicher sein könnte.
Ein Blick auf die Fakten - wie steht es um die nordkoreanischen Streitkräfte?
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Die Armee
Nordkoreas wichtigste Waffe ist die schiere Größe seiner Armee. Mehr als 1,1 Millionen aktive Soldaten stehen Diktator Kim Jong Un zur Verfügung - bei gerade einmal 24 Millionen Einwohnern.
Noch beeindruckender ist die Zahl der Reservisten. Laut dem sicherheitspolitischen Think-Tank Global Security sind rund 30 Prozent der Nordkoreaner zwischen 15 und 60 Jahren in Reserveeinheiten organisiert. Die Gesamtzahl wird auf sieben bis acht Millionen Menschen geschätzt.
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Dem gegenüber steht Südkoreas Armee mit rund 700.000 aktiven Soldaten und rund drei Millionen Reservisten. Im Süden haben zudem die USA rund 28.000 Soldaten stationiert.
Pjöngjang hätte wohl zunächst Erfolg
Im Januar 2012 umriss das südkoreanische Korean Economic Research Institute den möglichen Verlauf einer offenen militärischen Auseinandersetzung zwischen Nord und Süd. "Die reine militärische Stärke ist im Norden auf den ersten Blick größer", heißt es in dem Papier.
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In der frühen Phase eines bewaffneten Konflikts hätte Pjöngjang deshalb laut dem Szenario die Oberhand. Durch die schiere Größe seiner Armee wären rasche Gebietsgewinne durch den Norden wahrscheinlich. Dabei könnte Pjöngjang auch auf rund 180.000 gut ausgebildete Elitesoldaten setzen. Diese verstehen sich auch auf asymmetrische Kriegsführung - Anschläge, Spionageeinsätze, Kommandoaktionen.
Die Artillerie
Besonders in Gefahr geriete bei einer finalen Eskalation die südkoreanische Hauptstadt Seoul. Sie liegt nur rund 50 Kilometer von der demilitarisierten Zone entfernt - und in Reichweite der nordkoreanischen Artillerie. Nordkorea verfügt über rund 12.000 Artilleriewaffen, ein erheblicher Teil ist an der Grenze zum Süden stationiert.
Schon in den Tagen nach einer ersten Attacke jedoch würde sich die technische Unterlegenheit der nordkoreanischen Streitmacht zeigen. Die geringen Treibstoffreserven des Nordens machen eine längere Militäraktion nahezu unmöglich, so das Institut.
Panzer
Ähnlich wie beim Personal verhält es sich bei den Panzern: Der Norden ist numerisch überlegen, aber technisch schlechter ausgerüstet. Rund 5000 Panzer hat Pjöngjang zur Verfügung, zum größten Teil jedoch russischer Bauart und aus den fünfziger bis siebziger Jahren.
Der Süden kann nur über 2300 Panzer verfügen. Diese sind jedoch deutlich moderner und besser gewartet.
Die Luftwaffe
Auch in der Luft ist Pjöngjang dem Süden nur scheinbar überlegen. Zum einen fehlt es auch hier an Treibstoff, zum anderen ist der modernste Kampfjet der nordkoreanischen Luftwaffe die MiG-29, die Ende der siebziger Jahre in der Sowjetunion entwickelt wurde. Andere Flugzeuge Nordkoreas - etwa die MiG-23 und -21, Su-28 oder Iljuschin-28 - stammen gar aus den sechziger oder fünfziger Jahren.
Da nützt dem Norden auch die zahlenmäßige Überlegenheit (820 zu 460 Kampfflugzeugen) wenig. Zudem halten die USA auf zwei Luftwaffenstützpunkten an der südkoreanischen Westküste eine wechselnde Anzahl Kampfjets in Einsatzbereitschaft.
Atomarsenal und ballistische Raketen
Nordkorea investiert traditionell gewaltige Summen in seinen Militärapparat - meist zu Lasten der hungernden Zivilbevölkerung. In den vergangenen Jahren konzentrierte sich Pjöngjang jedoch vor allem auf sein Nuklearprogramm und den Ausbau der ballistischen Waffen.
Für die Instandhaltung der konventionellen Kriegsgeräte blieb laut Beobachtern wenig Geld übrig. "Diese sind ebenfalls sehr kostspielig, wegen der schieren Masse gilt das besonders für Nordkorea", sagte Shin In Kyum vom Korean Economic Research Institute.
Stattdessen prahlt das Land mit der Schlagkraft seiner ballistischen Waffen, neben dem Atomarsenal das größte politische Pfund des Regimes.
Raketen wirklich einsatzfähig?
Nordkorea soll bis zu 1000 Raketen besitzen. Allerdings basiert schon diese Zahl, die immer wieder genannt wird, nur auf unsicheren Schätzungen. Die meisten dieser Waffen sollen einstufige Kurz- und Mittelstreckenraketen sein, die auf der veralteten Technologie sowjetischer Scud-Geschosse basieren. Diese wären geeignet, um Ziele in ganz Südkorea ins Visier zu nehmen. Aber auch Japan (rund 600 Kilometer entfernt) liegt in Reichweite dieser Kurzstreckenraketen.
Das Arsenal an Langstreckenraketen gilt - trotz aller medienwirksamen Tests und Paradepräsentationen - noch nicht als einsatzfähig. Manche Experten vermuten hinter dem Programm sogar einen dreisten Bluff. Das Regime sei sich des Zustandes seiner Armee bewusst. Umso wichtiger werde da der Droheffekt einer nuklearen Bewaffnung und großer Reichweite der nötigen Raketen.
Quelle: Von Johannes Korge


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